Jahresbericht 1999
UNSER JAHR 1999
Liebe Freunde der EG Solar e.V.,
wir möchten uns für Ihre Hilfe herzlich bedanken!
Für das nun zu Ende gehende Jahr wünschen wir uns, daß Sie mit der von uns
geleisteten Arbeit ebenso zufrieden sind wie wir – und daß Sie Ihr Herz für
die Idee des solaren Kochens mit hinübernehmen ins kommende Jahr mit den
magischen drei Nullen (in unserer Zeitrechnung).
Mitarbeiter und Vorstand des Vereins wünschen Ihnen ein besinnliches
Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr 2000.
Hans Michlbauer, 1. Vorsitzender
I UNSERE PARTNERLÄNDER
Blechlieferungen
ab Altötting im Jahr 1999 (finanziert durch Ihre Spenden oder die Empfänger
allein): 110 Satz für Bulawayo und Mhondoro (Zimbabwe); 201 Satz für Tansania;
93 Satz für Nepal; 170 fürs MDS (Indien); 60 Satz für Peshawar (Afghanistan);
100 Satz für San José (Philippinen); 120 für Madagaskar; 240 für GTZ-Projekt
(Südafrika); 30 für GTZ-Projekt (Argentinien); 40 für Bolivien; 20 für Costa
Rica; 20 für Somalia; 100 Satz Bleche für ANANDO (Bangladesh)
Werkstattausrüstungen gingen nach Kenya (Maralal / Horst Barnerssoi; Nanyuki /
Dr. Hartwig Volbehr); Costa Rica (Familie Dallmayr – Fracht leider gestohlen);
Nepal (Erweiterung Kölle).
Danke für Ihre Unterstützung!
Sie können gezielt für ein Projekt spenden, wenn Sie die unterstrichenen
Begriffe als Verwendungszweck bei Ihrer Überweisung angeben. Herzlichen
Dank!
Vietnam: Nach Angaben des Projektleiters Nguyen Van Cuong sind die zuletzt gespendeten 50 Blechsätze aufgebraucht. Die 50 SK 14 sind in Schulwerkstätten montiert worden. Sie sind fast alle in Nordvietnam im Einsatz – als Lehrmittel und zum Abkochen des Trinkwassers für Schüler. Aus Geldmangel konnte der Plan für eine EG-Solar-Partnerwerkstatt im Bezink Vinh Phuc bisher nicht umgesetzt werden. Helfen Sie mit? Herzlichen Dank!
Philippinen:
Zum Kreis der EXPO-2000-Projekte gehört unsere Partnerwerkstatt San José
(West-Mindoro). Nach Angaben von Sally Schmid werden Repräsentanten der
SK-Produktion in San José ihre Arbeit und die Idee des solaren Kochens nach Möglichkeit
während der gesamten fünf Monate dauernden EXPO 2000 in Hannover vorstellen.
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Werkstatt in West Mindoro. Taifuns schränkten
1999 die Produktion dort ein.
Afghanistan / Pakistan: Abdul Karim baut seit 1999 im pakistanischen Peshawar SK
14. Im Laufe dieses Jahres hat die EG Solar e.V. bereits 60 Satz Reflektorbleche
zur Kocherproduktion in die Stadt nahe der afghanischen Grenze geliefert. Die
Solarkocher werden vor allem dort von Flüchtlingen aus dem Nachbarland benutzt.
Uganda: EG-Solar-Vorstand Ludwig Mühlegger hat gemeinsam mit Schülern
der Staatlichen Berufsschule Altötting das Heim für ehemalige Straßenkinder
in Nsumba besucht. Dort werden SK 14 produziert. EG-Solar-Projektleiterin Agnes
Nabbosa steckt derzeit im Prüfungsstress. Das folgende Jahr, so Ludwig, wird
sich Agnes aber vollständig auf die Verbreitung des solaren Kochens in dem
afrikanischen Land konzentrieren. Insbesondere der Service und die Aufklärung
der Benutzerfamilien gehören dann zum Aufgabengebiet der Ansprechpartnerin in
Uganda. Eine großzügige Spende der “Aktion Sternstunden” des Bayerischen
Rundfunks kam dem gesamten Projekt in Nsumba zugute.
Madagaskar: Nach 16 Monaten erfolgreicher Pionierarbeit
beim Aufbau einer professionellen Ausbildungsstätte für den Solarkocherbau bei
unserer Partnerorganisation vor Ort (Deutsch-Madagassischer Verein Esslingen)
ist Sylvain Rocher nun nach Deutschland zurückgekehrt. Mirko Meyer-Grünefeldt
hat Sylvain Rocher im Juli abgelöst. Mirko leistet ebenfalls seinen “Anderen
Dienst im Ausland” im ”Atelier SOLTEC” des Deutsch-Madagassischen Vereins
ab. Neben der Ausbildung von Jugendlichen gehören auch Tests mit dem Solaren Kühlsystem
zu Mirkos Aufgaben.
Zimbabwe:
"Die Nachfrage nach Solarkochern steigt, weil der Leidensdruck zunimmt", beschreibt Frau Dr.
Eder die Lage der Menschen im Gebiet rund um Bulawayo. Die Ärztin
setzt die dort unter ihrer Betreuung produzierten SK 14 vor allem für Bedürftige
ein. Der AIDS-Epidemie fällt überwiegend die mittlere Generation zum Opfer.
Deshalb sind besonders viele Kinder und alte Menschen auf Hilfe angewiesen. Vor
allem liegt Frau Dr. Eder das Engagement für Aidswaisen auf dem Land am Herzen.
Im ”Camp Generating Project” wird das Essen für die Schützlinge solar
zubereitet. Auch Großeltern, die ihre verwaiste Enkelschar allein versorgen müssen,
erhalten Solarkocher. Die SK-Werkstatt in Bulawayo rechnet mit steigendem Absatz
– zumal auch Energiesparer die Vorzüge des Kochers für sich entdecken.
Indien: 60 000 Kilometer für die EG Solar durch Indien - dieses
ungeheure Pensum hat Michael Tschischka in 22 Monaten auf dem Subkontinent bewältigt.
Neben der dringend notwendigen Pflege bestehender Kontakte hat der 24jährige
auch wichtige neue Partner für die EG Solar e.V. gefunden.
Nepal: Mit Werbe- und Informationskampagnen setzen sich Karl Kölle
und das Centre for Rural Technology für die weitere Verbreitung des SK bei
Einheimischen, aber auch bei Himalayatouristen ein. Klaus Schulte installierte
13 Kocher "made in Nepal" in Bhandar, einer wichtigen Durchgangsstation für
Bergsteiger. Das Projekt – subventioniert durch die Regierung von Nepal und
einen Rotary Club – wird nach Schultes Kalkulation 13 Tonnen Brennholz pro
Jahr sparen!
Südafrika:
Eine Audienz bei His Majesty The King Goodwill Zwelithini Ka Bhekuzulu erhielt
Sonja Draxler (südafrikaerfahrene Leiterin unseres Büros in Altötting). Der König
von Kwazulu Natal plant seitdem, im Rahmen seiner Stiftung eine
EG-Solar-Partnerwerkstatt zu gründen.
Kenya:
In Begleitung des bischöflichen Chauffeurs demonstrierte Horst Barnerssoi in
Schulen, Kirchengemeinden und sozialen Einrichtungen Nordkenyas die Vorteile des
Sonnenkochers. Auch in den Slums von Nairobi baute der Lehrer aus dem Allgäu
einen SK 14 auf. Auf seiner Werbetour holte Barnerssoi weitere Aufträge für
die neue Werkstatt am Catholic Technical Trainig Centre (CTTC) in Maralal
ein. Auch die Nachbarinnen des CTTC hat das "Sonnenfieber" gepackt: Die Mädchenschule
bietet inzwischen heiß begehrten Kochunterricht mit dem SK 14 an. Die
Absolventinnen bringen das Wissen mit in ihre Heimatdörfer.
EXPO-2000-Projekte: Zur Registrierung vorgeschlagen hat die EXPO-Kommission in
Hannover nach unserem Kenntnisstand die EG-Solar-Partnerwerkstätten
Uiraúna (Brasilien),
Ob und wie sie sich auf der EXPO tatsächlich präsentieren können, regeln
unsere Partner selbständig; sie erhalten jedoch auf Wunsch von der EG Solar
e.V. Unterstützung. II INLAND
Solares
Kühlen / Kirchweidach Personal:
Die Arbeit im Büro Altötting nimmt erfreulicherweise immer weiter zu:
Die Anforderungen an eine professionelle Betreuung unserer Kontaktpersonen
steigen, und ab dem Januar 2000 wird die EG Solar e. V. doppelte Buchführung
für die Kocherbestellungen einführen. Wir haben in Eva Junike und Gabi
Spielhofer zwei hervorragende Teilzeitkräfte gefunden. Sie unterstützen Sonja
Draxler im laufenden Tagesgeschäft. Durch den Wegfall von ABM-Maßnahmen
beschäftigt die EG Solar e.V. nun vier reguläre Arbeitskräfte in Büro und
Versand. Wir sind froh, Arbeitsplätze schaffen zu können! Kehrseite der
Medaille: Personalkosten und nun beim Verkauf fällige Umsatzsteuer schlagen
sich auf die Preise nieder. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Mit
Ihren Bestellungen erhalten Sie das wertvolle internationale "Sonnengeflecht"
EG Solar e.V. am Leben. Bitte bedenken Sie: Ihre (versandunabhängigen) Spenden
kommen nach wie vor zu 100 Prozent dem betreffenden Projekt zugute!
Baukurse: Im Jahr 1999 haben wir sieben Baukurse veranstaltet (30
Teilnehmer). Erstmals konnten wir auch Stipendiaten der
Carl-Duisberg-Gesellschaft und von greenpeace begrüßen. Auch im Jahr 2000
bieten wir pro Monat einen Praktikumstermin an (bitte im Büro erfragen oder auf
unserer Homepage nachgucken).
Homepage: Neu gestaltet und mit kürzerer Adresse präsentiert sich das
Werk von Ludwig Mühlegger seit diesem Herbst. Unter der Webadresse "www.eg-solar.de"
können Sie sich unter anderem über Termine und Aktionen informieren, Fotos und
Berichte herunterladen.
Produktpalette: Schon lange begreifen wir uns nicht mehr ausschließlich
als Spezialisten für Solarkocher und -kühlsystem. Wir haben für Ihr
Projekt auch Anregungen zur Nutzung von Windkraft, in den Bereichen Solarthermie
und Photovoltaik parat (z.B. preisgünstige Solarlampen, besonders günstige
Solarpanels für den Einsatz außerhalb Europas). Über weitere Neuerungen wie
den SK 14 im Baukastensystem, Campingkocher und Tajine, informiert Sie eine bei
uns erhältliche Übersicht.
Abdul Karim stammt ebenfalls aus Afghanistan. Der Metallhandwerker arbeitet mit
Bernd Klenner und seiner Initiative “Afghanistanhilfe vor Ort e.V.”
aus Hamm zusammen. Ende 1998 haben Karim und Klenner einen Baukurs bei der EG
Solar e.V. in Altötting absolviert. Die “Afghanistanhilfe” würde sich über
Ihre Unterstützung freuen.
Seit Sylvains Aufenthalt ist unsere Partnerwerkstatt im Land bekannt wie kaum
ein anderes Projekt – kein Wunder, schließlich gehört sogar der Präsident
Madagaskars zu den Fürsprechern der Initiative. Großzügige Unterstützung
erhielt unsere Partnerwerkstatt von Alfred Hoffmann / Berufsschulzentrum Elektro
München. Die von ihm gesammelten Spenden sicherten den überwiegenden Anteil
unserer Madagaskar-Aktivitäten. Zum anderen gebührt dem Rotary Club Lübeck
und insbesondere Dieter Zellweger unser Dank. Die Organisation finanziert
Werbeaktionen in Madagaskar und übernimmt die Kosten für mehrere hundert SK.
Größter Erfolg war die Gründung des einzigen von der Regierung anerkannten
und subventionierten Solarkocherbauzentrums im ganzen Land! Dieses
Trainingszentrum für Ausbilder entstand bei der Organisation MDS (Dachverband für
über 100 indische NGOs) im Bundesstaat Kerala. Mit Ihrer Spende helfen Sie bei der Erweiterung dieser
wichtigen Bildungseinrichtung. Seit Michael Tschischkas Rückkehr leistet
Burkhard Seifert nun seinen "Anderen Dienst im Ausland" für die EG Solar
e.V. in Indien ab. Er arbeitet vorwiegend im EcoCentre ICNEER in Valsad.
Die GTZ hat die ersten 100 SK 14 von der Firma Duratof in Johannesburg bauen
lassen. Zur Qualitätskontrolle und technischen Abstimmung dieser Probeserie
sind EG-Solar-Vorstand Hans Michlbauer und SK-Erfinder Dr. Dieter Seifert im
November ins Land am Kap geflogen. Als Vertreter der EG Solar e.V. haben sie
versucht, ihre Vorstellungen einzubringen, damit die nächste Serie unseren
Qualitätsanforderungen gerecht wird und die Zusammenarbeit mit der GTZ
erfolgreich bleibt. Die Vermarktungsphase für die Solarkocher hat bereits
begonnen.
Auch in Nanyuki ist unter der Regie von Dr. Hartwig Volbehr die
Solarkocherproduktion angelaufen. Jugendliche aus seinem privaten Hilfsprojekt
erhalten dort eine Grundausbildung im Metallbereich.
ANANDO (Bangladesh),
San José (Philippinen),
CRT (Nepal)
Yemen: Dr. Hussain Al-Towaie, Dozent für Energietechnik an der Uni Aden, ist
seit vier Jahren in Kontakt mit der EG Solar. Dank der Unterstützung durch die
Carl- Duisberg- Gesellschaft (CDG) konnte Hussain sich die speziellen Kenntnisse
auf dem Gebiet des solaren Kühlens in diesem Sommer vor Ort in Kirchweidach
aneignen. Er wird das Kühlsystem demnächst in seinem Heimatland technischen Prüfungen
und Akzeptanztests unterziehen.
Bei der Entwicklung des solaren Kühlsystems werden
nun verstärkt Tests in verschiedenen Ländern durchgeführt. Derzeit laufen
Feldversuche in Madagaskar und in Gambia (Projekt FH Gelsenkirchen) an. Es folgen
Vor-Ort-Versuche bei unseren Partnern in Indien, Kenya (Maralal) und Yemen (Uni
Aden).
Unser Mitglied Jörg von Netzer übersetzt für die EG Solar e.V. unter anderem das
Kühlschrank-Handbuch ins Englische – dafür vielen Dank!
· EG-SOLAR e.V. · Neuöttinger Str. 64c · D-84503 Altötting · Tel: ++49 / (0) 86 71 / 96 99 37 · Fax: ++49 / (0) 86 71 / 96 99 38 ·
· E-Mail: [email protected] · Internet: www.eg-solar.de ·
· Spendenkonto: Kreissparkasse Altötting, BLZ 71051010, Konto-Nr. 49338 ·
· IBAN 47 7105 1010 0000 049 338 · SWIFT-BIC: BYLADEM1AOE ·