Jahresbericht 2000
UNSER JAHR 2000
Liebe Freunde der EG Solar e.V.,
das Jahr 2000 war wieder sehr erfolg- und auch arbeitsreich und Euer und unser Engagement hat sich wahrlich gelohnt. Wir möchten wieder jedem danken, der sich für unsere gemeinsamen Projekte durch Freizeit, finanzielle Unterstützung, Rat und Tat eingesetzt hat. Wir haben zusammen viel geplant und diskutiert und letztendlich auch vieles verwirklichen können. Somit kommt auch dieser Jahresbericht einer Reise um die Welt gleich.
Wir erfahren täglich, dass die Energie der Sonne mehr und mehr an Stellenwert gewinnt.
Hans Michlbauer, 1. Vorsitzender
I UNSERE PARTNERLÄNDER
Sie können gezielt für ein Projekt spenden, wenn Sie die unterstrichenen
Begriffe als Verwendungszweck bei Ihrer Überweisung angeben. Herzlichen
Dank!
Bangladesh – Anfang August wurden nach einer großzügigen Spende von ANANDO Markdorf 300 Satz Reflektorbleche an ANANDO Dhaka verschifft. Die letzte Lieferung von Blechen Ende 1999 lag wochenlang im Hafen Chittagong fest, doch mittlerweile wurde bei der Regierung Zollbefreiung für unsere Reflektorbleche erreicht.
Botswana – Die Solarkocherwerkstatt des Rural Industries Innovation Centre in Kanye orderte sowohl im Februar als auch im Juli jeweils 40 Satz Bleche.
Burkina Faso– Für dieses Land im Osten Afrikas (nahezu ohne Baum und Strauch) engagiert sich seit einigen Monaten unser Mitglied Uwe Schmidt. Während seiner Zeit als ded-Entwicklungshelfer lernte er eine deutsche OP-Schwester kennen, die mittlerweile seit 25 Jahren in dem früheren Obervolta lebt und die für alles offen ist, was das Leben der Menschen in diesem Land der Sahel-Zone Erleichterung bringen könnte. Über APEES in Ougadougou wurden zwei Kocher erworben, die u. a. im Krankenhaus von Nouna zum Sterilisieren und Abkochen von Wasser genutzt werden. Es ist in Nouna eine Werkstatt geplant, die von einer Frauengruppe betrieben werden soll.
Costa Rica – Michi und Günther Dallmayr haben eine weitere Werkstattausrüstung bestellt, nachdem die erste Lieferung beim Zoll im Hafen Puerto Limón abhanden gekommen war, und die LTU hat freundlicherweise einen kostenlosen Transport ermöglicht. Die Dallmayrs bauen qualitativ hochwertige Solarkocher und führen regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Gruppe SOL DE VIDA Kochkurse und Informationsveranstaltungen durch. Obwohl die Versicherung den Verlust der ersten Lieferung noch nicht bezahlt hat, ist das Ehepaar Dallmayr mit ungebrochenem Engagement an der Verbreitung des Solarkochers in Costa Rica aktiv.
Ghana – Das seit langem geplante Solarkochervorhaben in Accra läuft nun an. Zur Zeit sind zwei Container auf dem Seeweg, in denen die Werkstatt eingerichtet werden soll. Die Agricultural and Rural Development Association (ARA) hat sich in Kooperation mit der Rural Women’s Skills and Development Foundation (R.W.S.D.F.) die Armutsbekämpfung im ländlichen Raum zum Ziel gesetzt. Durch den Bau einer Solarkocherwerkstatt wird sowohl die Ernähungsgrundlage des Projektes R.W.S.D.F. als auch die berufliche Zukunft junger Frauen in einer Ausbildungsmaßnahme gesichert. Die Lebensmittelverarbeitung mit solaren Techniken ist für die Mitglieder von ARA eine Chance, in ihren nicht mit Elektrizität versorgten Dörfern modere Techniken anzuwenden.
Das Berufsschulzentrum Wertheim hat sich auf Initiative von Christian Hagmeier sehr stark für dieses Projekt engagiert.
Indien – Über die Organisation MDS im Süden Indiens haben wir im Jahresbericht 1999 ausführlich geschrieben. Dieses Projekt wurde in diesem Jahr finanziell sehr stark durch einige Privatpersonen aber auch durch eine großzügige Spende der Stadt Burghausen unterstützt. Michael Tschischka, der sich im Rahmen seines freiwilligen Dienstes in Indien u. a. auch längere Zeit bei MDS aufhielt, lernte dort Jolly kennen. Jolly ist eine junge Frau, die Büroarbeiten erledigte. Seit einer Kinderlähmung im Kleinkindalter litt sie an einer Verformung des linken Fußgelenkes und konnte sich nur unter Schmerzen fortbewegen. Michael Tschischka organisierte eine Spendenaktion und ließ Jolly mit einer Begleitperson nach Deutschland fliegen. Im Krankenhaus Altötting wurde sie kostenlos aufgenommen und ebenso kostenlos von dem Orthopäden Dr. Dietl operiert.
In einem indischen Krankenhaus im Balrampur Distrikt wird seit dem Herbst unsere Solarkühlbox getestet.
Kenia – Horst Barnerssoi besuchte auch in diesem Jahr wieder Kenia mit dem Schwerpunkt Technik und Akzeptanz des Solarkühlschrankes und Fortsetzung der Verbreitung des Solarkochers. Er war in Musalala, einer extrem ärmlichen Gegend ohne Elektrizität. Regelmäßig wurde mit dem Solarkocher gekocht und den Kühlschrank hat man als "Sensation" aufgenommen. Die zweite Testphase war in Murinduko, wo der Kühlschrank auch verblieb.
Dank mehrerer Spenden und auch Patenschaften war es uns möglich, Ende Januar 12 Solarkocher-Bausätze an das St. Joseph-Kloster der Erzdiözese in Mombasa zu verschiffen. Leider bereitete der dortige Zoll extreme Schwierigkeiten und die Kiste wurde erst Anfang Juli freigegeben.
Madagaskar – Seinen "anderen Dienst im Ausland" beendete Mirko Meyer-Grünefeldt Mitte August und Anfang September übernahm Johannes Glockner seine Aufgabe, die u. a. auch die Betreuung unseres Kühlschrank-Projektes mit einschließt.
Das "Atelier SOLTEC" in Antananarivo hat erst kürzlich Reflektorbleche für den Bau weiterer 100 Solarkocher über den Deutsch-Madagassischen Verein in Esslingen bekommen.
Namibia – Hier freuen wir uns besonders, die Eröffnung von zwei Solarkocherwerkstätten bekanntgeben zu können.
Initiiert wurden diese Werkstätten durch die Kolpingfamilie St. Heinrich in Paderborn über Herrn Josef Vockel. Die Anschubfinanzierung erfolgte durch die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, der Transport der Werkzeuge und Geräte sowie der ersten 300 Satz Reflektorbleche erfolgte kostenlos mit einem Container der Missions-Soforthilfe, Borken.
Im Juli und August hielten sich unser technischer Ausbilder Karl Wittmann und Herr Vockel in Namibia auf, um die erste Werkstatt in Windhoek in der Missionsstation der Oblates of Mary Immaculate einzurichten. Die zweite Werkstatt wird im Jahr 2001 im Norden Namibias, im Ovamboland, eröffnet.
Nepal – Die Werkstatt CRT in Kathmandu erhielt Bleche für die weitere Produktion von 150 Solarkochern, großzügig unterstützt durch das Lions Hilfswerk für Nepal e. V. in Murnau und durch Einnahmen aus unserer CO2-Aktion.
Sansibar – Die Bayernwerke vergaben Mittel aus dem Klimafonds der Aktion Zukunftspfennig und erklärten das von uns vorgeschlagene Sansibar-Projekt mit DM 15.000,00 als förderungswürdig.Die Naturschutzgruppe GREEN OCEAN konzentriert sich auf die Projekte MISALI ISLAND MARINE CONVERSATION AREA und JOZANI-CHWAKA BAY CONVERSATION AREA auf Sansibar. Zum einen werden Ranger (Wildhüter) ausgebildet, die u. a. auch den Umgang mit alternativen Technologien demonstrieren und installieren sollen. Die Ranger werden die Kocher auf der Insel Misali benutzen (Kochen, Regenwasser sterilisieren), die Idee verstehen und in ihren Dörfern einführen. Zum anderen soll den Anwohnern eines Nationalparks das Solarkochen nahegebracht werden, um den Holzschlag im geschützten Waldgebiet zu verringern. Da dieser Nationalpark von vielen Touristen aufgesucht wird, kann der Einsatz von Solarkochern eine sehr gute Multiplikationswirkung haben. Noch Ende dieses Jahres wird eine komplette Werkstatteinrichtung mit Reflektorblechen für 30 Solarkocher in Kisten verpackt werden, damit im März 2001 die Produktion auf Sansibar beginnen kann.
Simbabwe – Das SOS Kinderdorf in Harare orderte in diesem Jahr Reflektorbleche für 300 Solarkocher, wovon ein Großteil fertiger Kocher an ein SOS-Kinderdorf nach Mosambik geschickt und dort nach der Überschwemmungskatastrophe eingesetzt wurde.
Der Werkstatt von Frau Dr. Eder in Bulawayo wurde vom Rotary Club Altötting-Burghausen mit einer großzügigen Finanzierung der Bau weiterer 100 Solarkocher ermöglicht und durch deren Verkauf das ständig wachsende Aids-Waisenhaus unterstützt.
Südafrika – Die GTZ verlängert ihre Pilotstudie um weitere zwei Jahre. 50 vormontierte Kocher mit dem Namen 1200 NH wurden in Neuötting speziell den südafrikanischen Bedürfnissen nach gebaut und bei einem Internationalen Kongreß in Kimberley vorgestellt.
Uganda – "Holt die Kinder von der Straße" heißt das Projekt von Father Charles Bwenvu, der seit 1989 Straßenkindern aus der Hauptstadt Kampala ein Zuhause gibt. Damals baute er mit Unterstützung der DJK Regensburg und deren Sportreferenten Konrad Gietl in Nsumba, 80 km westlich von Kampala, die Ansiedlung, in der mittlerweile über 200 Kinder ungebracht sind. Neben einer Primary und einer Secondary School stehen diverse Freizeiteinrichtungen zur Verfügung. Unser 2. Vorsitzender, Ludwig Mühlegger, gründete vor Ort eine Solarkocherwerkstatt, die er in diesem Jahr mit einer Gruppe von Schülern der BS Altötting und mit Jugendlichen aus dem Sportbereich besuchte. Neben dem weiteren Ausbau dieser Werkstatt soll nun auch der Einsatz von Photovoltaik gefördert werden. Dieser Besuch wurde in einer Dokumentation festgehalten, die in unserem Büro angefordert werden kann.
Blech- bzw. Kocherlieferungen erfolgten u. a. nach Brasilien, Australien, Senegal, Nicaragua, Japan, Kanada, Laos, USA, Argentinien, Honduras, Sambia, Panama, Neuseeland, Jemen, HongKong, Benin und in nahezu jedes europäische Land.
Baukursteilnehmer konnten wir begrüßen aus Ghana, Mexiko, Bolivien, Togo und Sansibar.
Öffentlichkeitsarbeit: Neue Farbprospekte in englischer und in deutscher Sprache (und in großen Mengen) stellte uns wieder Herr Christian Koch aus Winsen zur Verfügung. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Auf Wunsch schicken wir Ihnen diese Faltblätter gern zu.
Medien: Auch in diesem Jahr gab es über unsere Aktivitäten zahlreiche Artikel in diversen Tageszeitungen und Fachzeitschriften (u. a. in "Natur und Kosmos"). Auch diverse Schul- und Jugendsachbücher beschäftigen sich mit Solarenergie und behandeln unseren Solarkocher bzw. –kühlschrank in ihren neuesten Ausgaben. Ferner wurde unsere Arbeit in Fernsehsendungen (Hobbythek, ARD-Morgenmagazin etc.) erwähnt und auch Radiosendungen zeigten an unseren Projekten Interesse.
Messen: Wir waren vertreten auf der "Grünen Woche" in Berlin, der Münchener Handwerksmesse, auf der "Intersolar" in Freiburg und bei "Bayern regenerativ 2000".
Darüber hinaus stellten wir auf diversen kleineren Veranstaltungen unseren Solarkühlschrank und Solarkocher aus.
II INLAND
Solares Kühlen / Kirchweidach: Das solare Kühlsystem zum Kühlen von Medikamenten und Impfstoffen wurde im Rahmen einer Förderung vom Bayerischen Wirtschaftsministerium zur Serienreife entwickelt. Neben der Betreuung der Feldversuche in unseren Partnerländern wird jetzt verstärkt bei Entwicklungshilfe-Organisationen für unser neues Kühlsystem geworben. Der Verein Christoffel Blindenmission hat sich bereit erklärt, das Kühlsystem in einem seiner Projektländer zu testen.
Personal: Unsere Bürokräfte sind mehr als ausgelastet und wir freuen uns über jegliche Mithilfe. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch all den ehrenamtlichen Helfern danken, die uns auf Messen und Ausstellungen unterstützen.
Wir haben zu Beginn des Jahres unseren Mitarbeiterstab vergrößert. Andreas Gartmeier ist Metallfachkraft und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Produktion unserer neuen Produkte.
Produktpalette: Ab März 2001 kann unser Campingkocher geliefert werden. Informationsmaterial bitte in unserem Büro anfordern!
Unsere Partnerschule in Freilassing hat eine Solarlampe entwickelt und gebaut, die ab 2001 in Serie produziert wird. Diese Lampe ist auch als Bausatz erhältlich. Die Montage kann mit einfachen Werkzeugen in unseren weltweiten Partnerwerkstätten erfolgen.
Eine Auflistung sämtlicher bei uns verfügbaren Solarprodukte bitte in unserem Büro anfordern.
· EG-SOLAR e.V. · Neuöttinger Str. 64c · D-84503 Altötting · Tel: ++49 / (0) 86 71 / 96 99 37 · Fax: ++49 / (0) 86 71 / 96 99 38 ·
· E-Mail: [email protected] · Internet: www.eg-solar.de ·
· Spendenkonto: Kreissparkasse Altötting, BLZ 71051010, Konto-Nr. 49338 ·
· IBAN 47 7105 1010 0000 049 338 · SWIFT-BIC: BYLADEM1AOE ·