Jahresbericht 2002

 

UNSER JAHR 2002

Liebe Freunde der EG Solar e.V.,


unsere weltweiten Aktivitäten haben auch in diesem Jahr wieder großen Arbeitseinsatz gefordert, aber mit Freude stellen wir fest, dass Ihr und unser Engagement Früchte zu tragen beginnt. Dank vieler Spenden konnten wir bei der Einrichtung neuer Solarkocherwerkstätten helfen und die Idee des Kochens und Kühlens mit der Sonne weiter verbreiten. 
Wir werden weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um vielen Frauen und Kindern die tägliche Mühsal des Holzsammelns zu nehmen. Wir rechnen mit Ihrer Mithilfe und sagen wieder einmal herzlichen Dank.

Hans Michlbauer, 1. Vorsitzender

 

I UNSERE PARTNERLÄNDER

Wie bisher geben wir Ihnen auch in diesem Jahr einen Einblick in unsere bereits etablierten wie auch in neue Solarkocher-Werkstätten und möchten Sie wieder herzlich bitten, gezielt ein Projekt Ihrer Wahl zu unterstützen. Bitte vermerken Sie die fett gedruckten Begriffe als Verwendungszweck für Ihre Spende auf dem Überweisungsvordruck. Vielen Dank!

Benin
Im Januar schickten wir auf dem Seeweg Solarkocher und Reflektorbleche nach Cotonou an Bischof Victor Agbanou. Bischof Victor hat anlässlich eines Besuches in Deutschland viele Kontakte knüpfen können, durch die eine stattliche Spendensumme entstand. In seiner Heimatgemeinde an der Nordküste des Golfes von Guinea möchte er Solarkocher bauen und auch verbreiten lassen.

Bolivien
Der Lions Club Neckargemünd unterstützt seit langem Indios, die in El Molino in Boliviens Hochland in der Nähe von Potosi leben. Bekannterweise schreiten dort Waldvernichtung und Bodenerosion unaufhaltsam voran und ziehen die gravierendsten Folgen der menschlichen Eingriffe in das Ökosystem nach sich. Dem Problem des eklatanten Brennstoffmangels möchte der Lions Club entgegenwirken und hat die Verschiffung von 100 Solarkochern finanziert. Zur Zeit werden die Kocher (es handelt sich um mehr als 2 Tonnen) in das 4.000 m hohe Bergland transportiert.

Burkina Faso
Unser Mitglied Hans Steck war als Senior Experte 4 Wochen in Burkina Faso. Sein Fazit: Nur der Solarkocher kann ökonomisch und ökologisch die weitere Entwaldung und die damit verbundene Brennholzkrise lösen. Dennoch gibt es in Burkina nur eine verschwindend kleine Zahl von Solarkochern. Einer der Gründe für diese Situation ist der für einen „Normalhaushalt“ unbezahlbare Preis von ca. 180,00 € sowie der mangelnde Kenntnisstand über die Möglichkeiten des Solarkochereinsatzes. Eine der Lösungsmöglichkeiten: Frauenorganisationen (wie z. B. in der Stadt Gaoua) stellen die Kocher leihweise zur Verfügung oder sie verkaufen sie auf Ratenbasis. Auch Schulungen für die korrekte Handhabung des Kochers werden angeboten. Nur eine enge Zusammenarbeit mit engagierten Personen vor Ort wird dem Kochen mit der Sonne zum Durchbruch verhelfen.
Uwe Schmidt, eines unserer weiteren aktiven Mitglieder, fliegt noch im Dezember dieses Jahres nach Burkina und wird die SK-Projekte in Gaoua und Ouahigouya besuchen und Gespräche mit den Verantwortlichen führen. Nach seiner Rückkehr im Januar 2003 wird er uns die von ihm erarbeiteten Bedarfslisten geben und wir werden hoffentlich die benötigten Materialien für die Solarkocherproduktionen liefern können.

Haiti
In unserem letzten Jahresbericht schrieben wir ausführlich über dieses Projekt. Zur Zeit, gegen Ende des Jahres 2002, hält sich Jean-Louis Romane in seinem Heimatland auf, um dort die Solarkocherwerkstatt einzurichten und in Betrieb zu nehmen. Wir warten augenblicklich auf seinen hoffentlich positiven Bericht.

Indien
An dieser Stelle gebührt unserer Nachbarstadt Burghausen besonderer Dank. Sie stellt uns nicht nur zum dritten Jahr in Folge die wunderschönen Räumlichkeiten ihres Bürgerhauses für unsere Internationale Solarkochertagung zur Verfügung (s. Einladung für 2003 auf der Umschlagseite), sie unterstützt auch jedes Jahr eines unserer weltweiten Projekte durch eine großzügige finanzielle Spende. Im nächsten Jahr können wir Solarkocher und Reflektorbleche im Wert von € 2.500 an die Werkstatt ECO Center ICNEER in Valsad liefern.

Jemen
Der Hamburger Klimaschutz Fonds e. V. finanzierte Reflektormaterial für 100 Solarkocher, damit Dr. Hussain Al-Towaie den auf seiner „Warteliste“ aufgeführten Bestellungen nachkommen kann.

Mali
Der Konna Verein zur Förderung der Gesundheit in Mali e. V. beauftragte uns Anfang dieses Jahres mit dem Versand von Werkstattgeräten und Reflektorblechen für eine Solarkocherwerkstatt in der dortigen Krankenstation. Konna liegt im Überschwemmungsgebiet des Niger zwischen Mopti und Timbuktu. Das Dorf ist mit ca. 11.000 Einwohnern das größte von einer Vielzahl kleiner Dörfer am Rande des Flusses.

Mauretanien
Die erst im letzten Jahr ins Leben gerufene Werkstatt in Nouakchott bestellte Reflektoren für weitere 75 Solarkocher.

Papua-Neuguinea
Obwohl der Inselstaat noch zum großen Teil Regen-, Berg- und Nebelwald zu bieten hat, haben wir an die Catholic Church Madang eine Werkstattausrüstung, Reflektorbleche und diverse Prototypen von Solarkochern liefern können. Die Steyler Mission finanzierte dieses Vorhaben und Pater Johannes stellte einen Akzeptanzbericht und Fotomaterial zu dieser neuen Werkstatt in Ozeanien in Aussicht.

Simbabwe
Der Eingang vieler großzügiger Spenden ermöglicht auch in diesem Jahr eine umfangreiche Materiallieferung für die Solarkocherproduktion in Bulawayo. Nicht nur Reflektormaterial für 200 Solarkocher werden versandt, erstmals kommen auch 50 Bausätze von Solarlampen und das entsprechende Werkzeug zum Einsatz.

Tschad
Vegetationslose Wüste bedeckt den Großteil dieses Landes, das zu den ärmsten Ländern Afrikas zählt. Die Analphabetenrate liegt bei über 80 % und die wirtschaftliche Lage ist trostlos. In den letzten 15 Jahren wurden über 60 % des Baumbestandes abgeholzt. Mehr als 90 % der Bevölkerung kocht mit Holz bzw. Holzkohle. Der italienische Jesuitenpater Rusconi gründete 1996 eine Solarkocherwerkstatt in Sarh, einer Stadt mit 100.000 Einwohnern im Süden des Landes. Die Akzeptanz jedoch stellte sich nicht ein. Der aus Sarh gebürtige Vorsitzende des Afrika e. V. Münster, Maurice A. Daja, besuchte im Januar 2002 mit Mitgliedern des Vereins seine Heimatstadt. Ein Kocher wurde mitgenommen und der Frauenorganisation MUFEC vorgeführt.
Der Kocher wurde nicht nur angenommen, es wurden auch vor Ort 80 Stück SK 14 bestellt. Wir haben mit Freuden Reflektorbleche für die Produktion von 100 Solarkochern versandt.

Uganda
Mit der Entwicklung der von uns mit der DJK Regensburg, der Bayerischen und Deutschen Sportjugend betreuten Siedlung Nsumba geht es mit Riesenschritten voran. Wir werden ab Dezember d. J. ständig einen Helfer vor Ort haben. Christl Karl aus Regensburg wird für mindestens 3 Monate den Anfang machen. Sie bereitet das Workcamp 2003 vor und übernimmt die Organisation eines kleinen Geschäftes in Kampala. Dort werden ab Frühjahr Solarkocher und -lampen „made in Nsumba“ angeboten.
Erwähnenswert ist noch ein weiteres Projekt. Oliver Heintz und seine Frau Mary setzen für die Herstellung von Rindenstoff (bark cloth) 100 Solarkocher ein (http://www.barkcloth.biz)


II INLAND

Reflektorbleche und Kocher-Bausätze verschickten wir wieder in alle Welt: Brasilien, Bali, Indonesien, Japan, Iran, Kongo, Kanarische Inseln, Chile, Südkorea, Mexiko, Australien, Indien, Guinea, Togo, Marokko etc.

Baukurse fanden statt und die Teilnehmer werden ihr erworbenes know-how auf Haiti, in den USA, im Senegal, auf den Philippinen, in Peru und in Uganda beim Bau von Solarkochern einsetzen können.

Öffentlichkeitsarbeit
Wir waren vertreten auf Messen und Ausstellungen ( Handwerksmesse München, Intersolar Freiburg), unsere Arbeit wurde in diversen Print- und Online-Medien (z.B. e.velop online Magazin der Bundesregierung) vorgestellt und in der Erfindersendung „Einfach Genial“ des Mitteldeutschen Rundfunks MDR wurde das solare Kühlsystem mit dem 1. Zuschauerpreis ausgezeichnet. 

Wir möchten auf unsere Homepage www.eg-solar.de verweisen. Unser Mitglied Andreas Gartmeier hält ehrenamtlich sowohl die deutsche als auch die englische Version up to date. Wir möchten uns hiermit herzlich bei ihm bedanken.

Besonders stolz sind wir auf die Verleihung des Deutschen Solarpreises in der Kategorie „Dritte-Welt-Zusammenarbeit“, den wir bei einem Festakt in Düsseldorf von der Eurosolar entgegennehmen durften.

Unser fünfsprachiges Kochbuch von Imma Seifert möchten wir lobenswert erwähnen. Es beinhaltet nicht nur Kochrezepte, es erklärt auch detailliert die richtige Handhabung des Solarkochers.

Solares Kühlsystem – Ergänzend zum Trocknen des natürlichen Kältemittels Zeolith im Solarkocher entwickeln wir in Zusammenarbeit mit der Firma Paradigma Ritter- und Umwelttechnik GmbH einen zusammenklappbaren Vakuumröhrenkollektor. Der Kollektor besteht aus einer Vakuumglasröhre und einem CPC-Spiegel (Compound Parabolic Concentrator) aus eloxiertem und witterungsbeständigem Aluminiumblech.
Im Vergleich zum Solarkocher funktioniert der Vakuumröhrenkollektor nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung sondern auch bei diffusem Licht. 
Weitere Vorteile des Vakuumröhrenkollektors sind:

- keine Sonnennachführung notwendig
- geringere Spiegelfläche (0,35 m² zu 1,55 m²)
- kaum Wärmeverluste aufgrund der Vakuumisolation
- schnell installierbar und mobil verwendbar

Wir beabsichtigen, vorerst eine Kleinserie des solaren Kühlsystems herzustellen. Bisher haben wir Aufträge für den Bau von 35 Kühlsystemen gesammelt und suchen noch weitere Interessenten. Nur ab einer Kleinserie von 100 Stück können wir das komplette Kühlsystem für ca. 1.500 € anbieten. Ein vergleichbares photovoltaisch betriebenes Kompressorkühlsystem kostet 2.950 €.

Die andere Geschenkidee
Für Freunde der Sonnenenergie stellen wir gern ein Paket mit diversen Solar-Artikeln zusammen, welches ins Ausland versandt werden kann, welches aber auch innerhalb Europas sicherlich „gut ankommt“. Was halten Sie von einem Solarkocher K 10 mit Kochbuch und passendem 4-Liter-Topf oder Espressokanne? Auch eine Solarlampe für Campingfreunde gibt es, T-Shirts oder Fachliteratur zum Thema „Kochen mit der Sonne“. Der Einsatz eines Solarkochers in der Praxis wird Ihnen zeigen, dass die Sonnenenergie nicht nur in brennstoffarmen Ländern eine echte Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen darstellt.

Ein neues Kochermodell mit dem bezeichnenden Namen Papillon = Schmetterling erweitert ab 2003 unsere Produktpalette. Erfahrungen in einigen Ländern Afrikas und auch Südamerikas zeigten, dass dieser Kochertyp durch seine Größe und Leistung für eine Familie mit ca. 15 Personen ausreicht. In unserer Angebotsliste 2003 wird dieser Kocher detaillierter vorgestellt.

Ab dem Frühjahr 2003 werden wir auch Baukurse für diesen Solarkochertyp (Schweißkonstruktion) hier in Altötting anbieten.

· EG-SOLAR e.V. · Neuöttinger Str. 64c · D-84503 Altötting · Tel: ++49 / (0) 86 71 / 96 99 37 · Fax: ++49 / (0) 86 71 / 96 99 38 ·

· E-Mail: [email protected] · Internet: www.eg-solar.de ·

· Spendenkonto: Kreissparkasse Altötting, BLZ 71051010, Konto-Nr. 49338 ·

· IBAN 47 7105 1010 0000 049 338 · SWIFT-BIC: BYLADEM1AOE ·