Jahresbericht 2004

 

UNSER JAHR 2004

IN EIGENER SACHE

In den letzten Jahren ist das Interesse für unsere Vorstellung von „Hilfe durch Selbsthilfe“ ständig gestiegen. Immer mehr Einzelpersonen und Gruppen helfen uns, unsere solare Kochidee in den sogenannten Brennstoffkrisenregionen zu verbreiten. Unsere Solarkocherbaukurse finden verstärkt Anklang und die Anzahl der Solarkocherwerkstätten nimmt weltweit weiter zu. Damit verbunden ist natürlich eine verstärkte Nachfrage nach unseren Reflektorblechsätzen und Solarkochern. Im Jahr 2004 haben wir bereits 20 000 Stück überschritten. Wir können trotz steigendem Spendenaufkommen einen immer geringeren Anteil der Lieferungen über Spenden finanzieren. International tätige Entwicklungshilfegruppen und Hilfsorganisationen ordern bei uns überwiegend Reflektorblechsätze für von ihnen betreute Solarkocherzentren in ihren Partnerländern. Da durch diese Entwicklung die Einnahmen im wirtschaftlichen Bereich die Einnahmen aus dem ideellen Bereich (Spenden, Fördergelder) überstiegen und dadurch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der EG-Solar e.V. drohte, haben wir uns 2003 entschlossen, die Sun and Ice GmbH als eigenständige Unternehmung zu gründen.

Sun and Ice GmbH
Edelham 73
D-84550 Feichten
Fon +49 (0) 8634/ 9861-0
Fax +49 (0) 8634/ 9861-229
[email protected]
www.sun-and-ice.de

Die Sun and Ice GmbH baut auf den Idealen der EG Solar e.V. auf. Die Gesellschaft wurde am 05.01.2004 ins Handelsregister eingetragen. Sie besteht aus sieben Gesellschaftern, wobei 4 Gesellschafter zugleich EG Solar-Mitglieder sind.

Sun and Ice folgt der globalen Gesamtverantwortung und orientiert sich am Ziel der Nachhaltigkeit. Sie konzentriert ihre Anstrengungen unter Beachtung der Umweltverträglichkeit sowie Verbesserung von Lebensqualität in den Zielländern auf die Verbreitung von solar betriebenen Koch- und Kühlgeräten. Ziel ist eine weitere Professionalisierung im Solarbereich.

Mit Ausnahme des Mustersolarkochers SK 14 und einiger Zubehörteile, können Sie alle von EG-Solar e.V. bekannten Solarprodukte bei der Sun and Ice GmbH erwerben. Die Preise für diese Produkte mussten wir leider etwas anheben, da die Kosten für die Infrastruktur der Firma deutlich höher sind als im Verein und wir personell ohne die wertvolle Mitarbeit ehrenamtlicher Helfer rechnen müssen.

Personell hatte diese Umstrukturierung für die EG-Solar e.V. natürlich erhebliche Konsequenzen: Gabi Spielhofer, Stephan Zech und Horst Will wechselten zur Sun and Ice GmbH. Als neue Projektkoordinatorin konnten wir im Verein Christine Savage gewinnen. Sie steht Ihnen als kompetente Ansprechpartnerin Montag bis Freitag jeweils von 8:00 Uhr bis 12:00 zur Verfügung. Zuständig für unsere Ausbildungswerkstatt und den Versand ist jetzt unser ehemaliges Vorstandsmitglied Klaus Renno. Als bewährter Kursleiter für unsere Solarkocherbaukurse fungiert weiterhin Karl Wittmann.

Solarkocherbaukurse

Baukurs in Jinja/Uganda 2004

2004 fanden an der Staatl. Berufsschule Altötting 5 Baukurse für Solarkocher mit 18 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern statt.

Drei Kurse mussten leider ausfallen, da die insgesamt 17 angemeldeten Kursteilnehmer aus afrikanischen Ländern aufgrund der restriktiven Asylpolitik der Bundesrepublik Deutschland kein Einreisevisum erhalten haben.

Finanzierung von Solarkochern durch CDM

Durch Clean Development Mechanism (CDM) kann das solare Kochen auch armen Menschen zugänglich gemacht werden, die von der Brennholzkrise besonders betroffen sind:

Nach dem Beitritt Russlands zum Klimaschutzprotokoll von Kyoto tritt das Abkommen am 16. Februar 2005 endlich in Kraft. Ein leistungsfähiger, dauerhafter Solarkocher spart in Brennholzkrisen-Regionen eine CO2-Emission von ca. 4 Tonnen pro Jahr. Entsprechend dem im Kyoto-Protokoll definierten Clean Development Mechanism (CDM), kann die CO2-Einsparung dem finanzierenden Partner im Industrieland gutgeschrieben werden. Die Kosten „pro eingesparter Tonne CO2“ sind sehr niedrig.

Sind Sie interessiert an einer CDM-Projektfinanzierung in einer Brennholzkrisenregion?

Melden Sie sich bei uns, wir unterstützen Sie mit unserer langjährigen Erfahrung bei der Projektdurchführung und -betreuung.

 

AUS UNSEREN PARTNERLÄNDERN

Wie geben wir Ihnen auch diesmal einen kleinen Einblick in unsere Projektarbeit. Wir bitten Sie recht herzlich, gezielt ein Projekt Ihrer Wahl zu unterstützen. Bitte vermerken Sie die fett gedruckten Begriffe als Verwendungszweck für Ihre Spende auch weiterhin auf dem Überweisungsvordruck. Selbstverständlich können Sie weiter von uns betreute Projekte unterstützen, die in diesem Bericht nicht beschrieben wurden. Für Ihre Spende erhalten Sie einen steuerlich abzugsfähigen Zuwendungsbescheid. Vielen Dank!

Bolivien / Mauricio Löwenstein/Christine Savage

Es wurden 100 Satz Bleche und ein Musterkocher per Schiff versendet und 80 Solarlampen bei dem Besuch einer Delegation nach Bolivien mitgenommen. Die erste Priorität war es, einen Kooperationspartner zu finden. Das technische Institut IAI war sehr daran interessiert an dem Programm teil zu nehmen. Sie stellten Ihre Maschinen und Räumlichkeiten zur Verfügung. Neben diesen Aktivitäten fanden diverse Kurse für Jugendgruppen und Studenten statt, in denen den Teilnehmern die Prinzipien der Elektronik und die Vorgehensweise beim Zusammenbau der Solarlampen erklärt wurde. Für die Stadt Chipaya wurden spezielle Preise für Solarlampen und Solarkocher festgelegt. Eine Lampe kostet US D. 37,5 ein Kocher US D 31,25. Der Rest der Kosten wird von Intersol gesponsert. Im CETHA Sub-Centers können Interessenten die Kocher für eine Woche testen und dann entscheiden, ob sie sich einen kaufen möchten. Dieses System wurde sehr gut aufgenommen, da niemand gezwungen wurde, schnell eine Entscheidung zu treffen. Im Oktober wurden diverse andere Städte, in denen Solarkocher stehen, besucht. Der Schwerpunkt liegt hier auf den CETHA Sub-Centers.

Im November ist es das Ziel so viele Solarkocher wie möglich zu bauen, da die IAI in den Monaten Dezember und Januar geschlossen hat. Anfang Dezember werden 35 Solarlampen in Chipaya ausgehändigt. Zusätzlich werden einige Tage damit verbracht mit den Chipaya- Frauen zu kochen und diese noch mehr zu motivieren.

Brasilien / Stephan Zech

Im November ging wieder Reflektormaterial für den Bau von 300 Solarkochern in die Solarkocher-Werkstatt nach Areias in Brasilien.

„Für die Menschen in dieser Region sind die Kocher ein Segen“ sagt Padre Domingos aus der nahe gelegenen Stadt Uirauna. Denn im trockenen Nordosten ist das Brennholz knapp. Viele Häuser sind nicht ans Stromnetz angeschlossen. Sonne hingegen gibt es nahezu jeden Tag.

Fünf junge Leute der Landjugendbewegung aus Fridolfing (Oberbayern) hatten im Jahre 1995 Spiegelbleche sowie Werkzeuge von Spendengeldern gekauft. Zusammen mit Padre Domingos wurde in Areias eine Werkstatt eingerichtet.

Costa Rica / Christine Savage

Von der Familie Dallmayr wurde in Costa Rica die Gesellschaft "Adelante" für nachhaltige Entwicklung und erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Sonnenenergie, biologischer Landbau und Umwelterziehung gegründet.

Im Nordwesten von Costa Rica, einem der ärmsten und sonnenreichsten Gegenden des Landes, wo noch sehr viel mit Holz gekocht wird, baut die Gesellschaft "Adelante" mit zwei Frauen qualitativ hochwertige Solarkocher SK14. Da der Warmhaltekorb in den tropischen Regionen nicht sehr günstig ist (Insekten-,

Feuchtigkeitsbefall etc.) entwickelten sie eine Thermokiste für 2 Töpfe, die großen Anklang gefunden hat und eine gute Ergänzung zum Solarkocher bildet. Die Gesellschaft "Adelante" führte im Jahre 2004 ein Projekt im Bergdorf Monte Romo mit 15 SK14 durch, finanziert von der schweizer Pfarrei Emmenbrücke. Ein weiteres Projekt wurde auf der Insel Isla de Gira mit 7 SK14 durchgeführt, finanziert von diversen Spendern. Die Projekte wurden als Workshop gestaltet, in dem alle Beteiligten ihre Kocher selber zusammenbauten. Außerdem wurden dazu Vorträge über gesunde Ernährung, aktiven Umweltschutz (Kompostierung) und Frauenthemen abgehalten. Die Gesellschaft führt das ganze Jahr auf Messen Informationsveranstaltungen durch.

Ghana / Marlen Breitinger

Die Kocher sind eine große Attraktion. Ms. Ekua Méncel kocht bei öffentlichen Vorführungen. In einem mit einem Umweltpreis ausgezeichneten Hotel in Accra wird für einen Aufpreis solar vor Publikum gekocht. In der Trinity Vocational School in Koforidua findet in Zusammenarbeit mit dem DED für die größeren Mädchenklassen ein Haushaltstraining auf unserem Kocher statt. Der K14 wird für 1,4 Mio Cedis verkauft (z. Zt. Euro 124). Wir möchten Kingsley Addy und Mr. Yanney eine Werkzeugausrüstung senden, damit sie in Zukunft ihre Kocher selber bauen können. Gestiegene Energiepreise und häufiger Stromausfall in der Stadt machen auch die Solarlampen beliebt.

Kontakt: [email protected] oder [email protected]

Nepal / Karl Kölle

Wie in 2003 so war auch dieses Jahr einer unserer Höhepunkte die Durchführung eines Kathmandu - Sanepa Solartrekkings im Annapurna Gebiet. Es wurden, an die bedürftige Bevölkerung, kostenlos Solarkocher verteilt und Unterweisungen erteilt. Viele Familien melden sich auf Grund dieser Aktionen und bitten für sich um dieselbe Gunst. Ein Teil der Kocher wird auch an Klöster, Schulen, Kinderhäuser, Tibetercamps usw. abgegeben. Die meisten Kocher stehen im Gebiet von Muktinath und Jomsom. Nächstes Jahr wollen wir, sofern sich genügend Sponsoren finden, erste Kocher nach Mustang bringen, auch die Seite von Manang (das Marsiandital) soll mit einbezogen werden. Die Grundstock für diese Aktion, wurde schon durch eine großzügige Spende der Stadt Burghausen gelegt. Immer mehr Kocher werden auch in Pokhara und Umgebung platziert. Weitere Aktivitäten waren die Weiterentwicklung und Installation von Warmwasser - Solaranlagen im Hospital Dulikhel. Für Hospitäler, Schulen, Kinderhäuser, Klöster etc., wird auch zunehmend die Integration von Solar-Großkochern interessant, wofür wir noch um Investoren werben müssen.

Als Dank, an den Hüttenwirt der St. Pöltener Hütte (2840m) am Felbertauern, stellte Solar Power Nepal e.V., einen Original in Nepal gefertigten Solarkocher bei der Hütte auf. Er leistet auch in dieser Höhe wertvolle Dienste und bringt manchen Bergsteiger zum Nachdenken.

Die Solarwerkstatt wird mit Bestellungen von Solar Power Nepal e.V. weitgehend ausgelastet, sie ist aber nun eigenständig und in nepalesischen Händen. Bedingt durch den Preisanstieg bei Kerosin kommt es auch im Schutzwald zu vermehrtem Holzeinschlag durch die Bevölkerung und damit wird die Verbreitung des solaren Kochens immer wichtiger. Weitere Informationen und Bilder erhalten Sie unter www.solarpowernepal.de.

Tansania / Stephan Zech

Der Verein Connecting Continents e.V. hat im November 2002 für das “Children`s Rehabilitations Centre“ in Moshi (im Norden von Tansania) einen Solarkocher zur Verfügung gestellt. In dem Centre werden behinderte Kinder betreut und ausgebildet. Aufgrund der guten Resonanz wurden in diesem Jahr weitere Solarkocher in einer Aktion „Partnerschaft für Solarkocher“ dorthin geliefert. Die Kocher wurden behindertengerecht umgebaut und in einem Workshop lernten Rollstuhlfahrer den Umgang mit dem Solarkocher. Die umgebauten Solarkocher werden an Rollstuhlfahrer im Umkreis von Moshi ausgeliefert. „Die Freude bei allen Beteiligten war groß als der erste Solarkocher übergeben wurde. Wir bekamen bei der Bewirtung Tee sowie mit dem Solarkocher gekochte Bananen. Es war für mich das bewegendste und eindrucksvollste Ereignis dieser Reise“ berichtet Josef Gold vom Verein. Ziel ist es nun, Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Tätigkeit zu vermitteln. Es wird angestrebt, den Solarkocher für gewerbliche Zwecke wie Saftherstellung einzusetzen. Hierfür werden noch Spenden benötigt. Ein ausführlicher Bericht steht Ihnen auf unserer Internetseite zur Verfügung.

Uganda / Ludwig Mühlegger

Aus noch nicht bekannten Gründen wurde die Solarpumpe in Nsumba defekt. Die Organisation des Austausches von Altötting aus war nicht einfach. Dank vieler Freunde und Helfer hier in Altötting, in der Schweiz und letztendlich auch in Kampala konnte es doch bewerkstelligt werden. Inzwischen läuft die Pumpe problemlos. Die Wassersituation ist hervorragend. Die von der Berufsschule Bergsonstraße München gesponserten Tanks sind randvoll! Der Kocherbau in Nsumba stagniert zur Zeit. Es fehlt eine leitende Hand die dauerhaft die Sache vorantreibt. Die Diözese Kampala versucht diese Situation aber durch den Einsatz eines neuen Leiters zu verbessern. Eine gute Zukunft erschließt sich aus der Zusammenarbeit mit FABIO, einer etablierten Fahrradwerkstatt im Osten von Uganda. Unter Mithilfe von Karl Wittmann können wir uns dort in eine bestehende Infrastruktur einbringen und die Straßenkinder von Nsumba sind ebenfalls mit eingebunden. Karl wird ab Januar wieder für einige Zeit vor Ort sein. Wir warten gespannt auf seinen Bericht auf der Solartagung 2005!

 

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