Jahresbericht 2005

 

UNSER JAHR 2005

 

Sri Lanka 2005

Sri Lanka Januar 2005

 

1 Jahr Tsunamihilfe in Sri Lanka

Während in Europa Millionen von Menschen ein friedliches Weihnachtsfest feierten, überrollte eine verheerende Flutwelle Hunderttausende von Küstenbewohnern und Touristen in Indonesien, Thailand, Sri Lanka, Indien und Malediven.

Dank Ihrer großzügigen Unterstützung können wir für die Überlebenden dringend notwendige Hilfe leisten.

Vielen Dank!

 

Von der Soforthilfe zur Aufbauhilfe-

1 Jahr Tsunamihilfe in Sri Lanka

Ruinen in Meeresnähe

 

In einem dramatischen Hilferuf wandte sich Mr. E. Abeyrathne als Leiter von EMACE, einem langjährigeren Kooperationspartner von EG Solar, an unsere Einrichtung und bat dringend um Solarkocher, um verseuchtes Wasser abzukochen und warme Mahlzeiten zu bereiten.

Schon am 05.01.2005 konnte EG Solar die ersten 50 Solarkocher als Soforthilfe an die in Sri Lanka tätige Hilfsorganisation EMACE per Luftfracht senden. Zusammen mit einem Helfer der EG Solar, der auf eigene Kosten nach Sri Lanka flog, verteilte EMACE die Solarkocher an hilfsbedürftige Familien.

Die hohe Spendensumme ermöglicht es uns, langfristige Hilfsprojekte als Aufbauhilfe / Entwicklungshilfe durchzuführen. Neben der unmittelbaren Hilfe für Betroffene kann nun in größerem Stil ein Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen durch das Kochen mit Solarkochern erreicht werden. Durch gezielte Anleitung werden Arbeitsplätze im kleingewerblichen Bereich geschaffen.

In einer zweiten Phase der Tsunamihilfe - von der Nothilfe zur Aufbauhilfe - wurden mehr als 300 Solarkocher, sowie verschiedene Hilfsgüter anderer Organisationen (eine Optikerwerkstatt, Brillen, Computer und Nähmaschinen …) im Container von EG Solar nach Colombo verschifft. Die Kosten für den Transport übernahm die Spedition OOCL. Die Koordination der Hilfslieferung, Klärung von Zollfragen, Kontakte zum zuständigen Ministerium in Sri Lanka und die Verknüpfung mit lokalen Partnern in den Katastrophengebieten wurden durch die Mitarbeiter vom EG Solar Büro geleistet.

Bewusst hat EG Solar darauf verzichtet, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Solarkocher nach Sri Lanka zu schaffen. Ganz im Sinne der letzten Bundesregierung ist die Aufbauhilfe von EG Solar auf Nachhaltigkeit angelegt. Wir bitten unsere Spender um Verständnis, dass nicht alle Mittel bis Ende dieses Jahres „verbraucht“ wurden. EG Solar will die Spendenmittel möglichst kontrolliert und effizient einsetzen. Aus diesem Grund hat EG Solar den Leiter der Solarkocherbaukurse, Karl Wittmann, als Seniorexperten nach Colombo geschickt. Unser ehrenamtlicher Mitarbeiter begleitete den Hilfscontainer durch die aufwändigen Zollformalitäten und organisierte vor Ort einen zentralen Lagerplatz bei einer Einrichtung der Weltkirche (CPA) in Colombo. Der Kontakt zwischen CPA und EG Solar wurde durch Pater Saveri über das Bistum Passau hergestellt. Ein weiterer Kooperationspartner sind die S.O.S. Kinderdörfer in Sri Lanka.

Die Solarkocher werden in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen in Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium und den lokalen Partnern sozialen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Einrichtungen der Behindertenhilfe zur Verfügung gestellt, die den Kontakt zu den von der Fluthilfe betroffenen Familien herstellen. Die Kocher werden nicht verschenkt, sondern den Familien leihweise zur Verfügung gestellt. Die Familien können den Solarkocher durch „Mietkauf“ erwerben, indem sie jene Kosten „bezahlen“, die durch solares Kochen an Kosten für Brennmaterial eingespart wird.

In den Regionen, wo Solarkocher im Einsatz sind, werden Solarkochexpertinnen ausgebildet, die in Solarkocherfragen beraten und die Mietkaufgebühr einsammeln. Die Ausbildung der Solarkocherexpertinnen ist Teil der Aufbauhilfe von EG Solar und der nationalen Partner in Sri Lanka. Dieses Konzept hat sich bereits in verschiedenen afrikanischen Regionen bewährt. Mit dem eingenommen Geld werden die Solarkocherexpertinnen bezahlt und weitere Solarkocher aus lokaler Produktion gekauft.

Als nächster Schritt der Aufbauhilfe ist geplant, 400 weitere Bausätze unseres Solarkochers und Spiegelblechsätze in unser zentrales Lager bei Colombo zu senden.

Karl Wittmann, wird im Frühjahr 2006 erneut nach Sri Lanka fliegt, um den Aufbau von Solarkocherwerkstätten durch Beratung und Schulung zu fördern. Damit leistet EG Solar einen Beitrag zur Beschäftigung von arbeitslosen Männern und Frauen, die durch die Flutkatastrophe ihre Existenz oder ihren Ernährer verloren haben.

 

Die EG Solar bedankt sich bei allen Mitgliedern und Spendern für die große Anteilnahme und Unterstützung bei der größten Hilfsaktion in unserer Vereinsgeschichte.

 

IN EIGENER SACHE

Die Sun and Ice GmbH hat wie bereits im letzten Jahresbericht berichtet den wirtschaftlichen Teil der EG Solar als eigenständige Unternehmung übernommen. Nach fast 2 jährigem Bestehen der Sun and Ice kann ein positives Resümee gezogen werden. Allein im Jahr 2005 wurden über 1.500 Solarkocher-Bausätze weltweit verbreitet. Das sind 90 % mehr Solarkocher und damit mehr Hilfe als im umsatzstärksten Jahr 2002 der EG Solar e.V.!

 

Solarkocherbaukurse

Das Interesse nach unseren Solarkocherbaukursen war auch 2005 wieder sehr groß, wir haben deshalb für 2006 8 Kurse geplant.

Baukurstermine in Altötting 2006

Februar 20.02. - 24.02.2006

März 20.03. - 24.03.2006

Mai 29.05. - 02.06.2006

Juni 26.06. - 30.06.2006

Juli 24.07. - 28.07.2006

September 25.09. - 29.09.2006

Oktober 23.10. - 27.10.2006

November 20.11. - 24.11.2006

 

Baukurs

Aufmerksam verfolgen die Kursteilnehmer den Erklärungen des Kursleiters Karl Wittmann.

 

AUS UNSEREN PARTNERLÄNDERN

 

Neben der wichtigen Hilfe für Sri Lanka konnten wir unsere Projektarbeit auch bei vielen anderen Projekten vorantreiben.

Wir bitten Sie recht herzlich, gezielt ein Projekt Ihrer Wahl zu unterstützen. Bitte vermerken Sie die fett gedruckten Begriffe als Verwendungszweck für Ihre Spende auch weiterhin auf dem Überweisungsvordruck. Selbstverständlich können Sie auch von uns betreute Projekte unterstützen, die in diesem Bericht nicht beschrieben wurden. Für Ihre Spende erhalten Sie einen steuerlich abzugsfähigen Zuwendungsbescheid.

Um eine reibungslose Zusendung von Spendenquittungen zu gewährleisten, bitten wir um komplette Anschrift auf dem Überweisungsträger. Für Spenden bis 50,-€ genügt der Einzahlungsbeleg zur Vorlage beim Finanzamt.

Vielen Dank!

 

Afghanistan Stephan Zech

Zweihundert Solarkocher wurden über die Kinderhilfe Afghanistan im Oktober nach Jalalabad verfrachtet. Ein Teil soll an Kleingewerbetreibende in den Dörfern in der Umgebung der 150.000-Einwohner-Stadt verkauft werden. Die Kinderhilfe will außerdem eine Werkstatt einrichten, in der junge afghanische Männer lernen, wie sie den Kocher montieren und wie man damit kocht. Ihr Wissen sollen sie dann weitergeben. Die Menschen in der Region könnten z.B. mit den Kochern eine ihrer Lieblingsspeisen, eine würzige Tomatensoße, für den Winter haltbar machen. Bislang wurde die Soße in der kalten Jahreszeit aus dem Iran importiert. Später soll Afghan Solar, das erste Solarunternehmen im Land, das Gestell der Kocher in Eigenregie herstellen. Eine Sonneneinstrahlung wie in Süditalien und eine Bauweise mit großen geschützten Innenhöfen sind für das Kochen mit dem Parabolspiegel ideal.

Da Jalalabad nahe der pakistanischen Grenze liegt, ist eine Verteilung von Solarkochern an die Betroffenen des Erdbebens geplant. Hierzu hat EG Solar bereits eine Spendenaktion gestartet und bittet unter dem Stichwort „Erdbebenopfer“ um weitere finanzielle Unterstützung.

 

Äthiopien Stephan Zech, Bereket Dessie

In diesem Jahr wurden insgesamt 160 Satz Reflektorbleche nach Addis Abeba versendet. Der Leiter der Solarkocherwerkstatt, Bereket Dessie, berichtet von einer zunehmenden Nachfrage nach Solarkochern. Mit einer Bevölkerung von 70 Millionen ist Äthiopien eines der ärmsten Länder der Erde. Von ursprünglich 40 % Waldfläche sind heute nur noch weniger als 3 % übrig. 95 % der Haushalte sind jedoch vom Brennholz zum Kochen abhängig.

Kinder und Frauen sind täglich 6-7 Stunden für das Brennholzsammeln unterwegs, berichtet Bereket Dessie.

Die von seiner Werkstatt produzierten Solarkocher wurden bisher zum großen Teil von NGO`s (82 %) und staatlichen Institutionen (14 %) gekauft. Nur 4 % seiner Kunden sind Privatleute. Damit mehr Solarkocher von den Ärmsten genutzt werden können, muss der Preis der Solarkocher teilweise subventioniert werden. Deshalb bittet Bereket Dessie um Ihre finanzielle Unterstützung. Bitte spenden Sie unter dem Kennwort „Äthiopien“.

 

Eritrea Johannes Schwarzer, Christine Savage

Nach dem Besuch des Baukurses in Altötting brach Johannes Schwarzer mit 10 von EG Solar gesponserten Blechen nach Hagaz auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden in der Werkstatt in Hagaz 30 Solarkocher gebaut. In dem Dorf Akrur konnte mit Hilfe des Solarkochers Marmelade aus Beles, einer Kaktusfrucht welche in der Regenzeit in Eritrea wild in den Bergen wächst, hergestellt werden. Marmelade wird in Eritrea aus arabischen Ländern importiert und ist sehr teuer. Nur durch Nutzung des Solarkochers kann der hohe Energieaufwand für die Herstellung von Marmelade aufgebracht werden. Beles hat einen sehr hohen Zuckergehalt und man braucht keinen teuren importierten Zucker zufügen. Aber die vielleicht interessanteste Idee ist die solare Fruchtsaftgewinnung. Dazu benötigt man 2 SK14. Ein Kocher sterilisiert die Flaschen und Korken in kochendem Wasser, der andere trägt den Dampfentsafter. Der durch reine Solarenergie gewonnene 100%ige Fruchtsaft ist von höchster Qualität. Die Vitamine bleiben erhalten und die Option den Saft zu lagern spricht in einem Land wie Eritrea für sich. Der natürliche Geschmack ist besser als die teuren italienischen Importe der Fa. Parlamat, sodass dieser Saft ohne weiteres in Restaurants und Hotels verkauft werden kann.

 

Fruchtsaftgewinnung in Eritrea

Fruchtsaftgewinnung in Eritrea

Burkina Faso Uwe Schmidt

Seit Ende 2004 hat der Verein „Läufer für EG-Solar“ aus Simbach für vier Frauengruppen in Burkina Faso 95 Kocher finanziert.

Durch den Entwicklungshelfer (DED) vor Ort, Peter Schüssler, und Uwe Schmidt von EG-Solar wurde ein Miet-/Kaufsystem entwickelt, das sehr gut funktioniert! Peter Schüssler und Uwe Schmidt werden Ende des Jahres die Projekte besuchen und den Fortgang der Projekte dokumentieren. Ende 2006 soll dann zusammen mit Dr. Seifert, Dr. Paul Krämer und anderen Mitstreitern ein Abschlußbericht verfasst werden. Dieser Bericht ist als Grundlage für ein großes Solarkocherprojekt gedacht! Zusammen mit einer österreichischen Organisation und EU-Fördergeldern soll es ein großes Projekt in Westafrika werden.

 

Ghana Marlen Breitinger

In Ghana wurde im Jahr 2005 weiter am Verkauf der Kocher gearbeitet. Unsere Vorkocherin demonstrierte die Leistung des Solarkochers mit frittierten Kochbananen. Dafür bekamen Kingsley Addy und seine ARA Leute im Frühjahr einen Umweltpreis. Die Stadt Burghausen gewährte uns finanzielle Unterstützung, die für mehrere Jahre geplant ist. Aus diesen Mitteln wurde unser Werkstattzentrum in Bortianor weitergebaut. Im Dezember wird dort ein kleines Restaurant eröffnet. Zur Zeit sind 50 Mini-Photovoltaik-Anlagen unterwegs nach Accra. Marlen Breitinger wird im Februar 06 wieder einen Monat dorthin reisen.

Weitere Infos: [email protected]

 

Simbabwe Elisabeth Promberger

Die Sonnenkocher Werkstatt wurde von dem sog. "cleanup compain" nicht zerstört. Eine Erweiterung der Werkstatt ist zur Zeit nicht geplant, da dazu eine Lizenz erforderlich wäre.

Das Solarkocherprojekt besteht weiter als Einkommen schaffendes Projekt für die Waisen im Aids-Waisen-Programm der Erzdiözese Bulawayo und ist in diesem Status noch nicht der Regierung verpflichtet (Abgaben, Lizenzgebühren....). Reparaturaufträge an bis zu 15 Jahre alten Kochern, sowie Kocherverkauf und Demonstrationen für das "Kochen mit Sonne" reichen aus, die Auslagen der Einrichtungen zu finanzieren. Das Interesse der Leute an den Kochern ist groß, teilweise gibt es nur jeden zweiten Tag Strom. Im Rahmen der Landreform wird sehr viel abgeholzt; Brennholzbeschaffung ist sehr aufwändig.

Mit Beendigung der Inflation und einem politisch bedingt wirtschaftlichen Aufschwung, ist damit zu rechnen, dass das Sun cooker projekt eine sehr zukunftsträchtige Sache wird.

 

Uganda Ludwig Mühlegger

2005 waren wieder zehn Jugendliche mit zwei Betreuern aus dem Bereich des Sportes und der DJK-Regensburg bei den Straßenkindern in Nsumba.

Neben der im integrativen Gesamtkonzept angesetzten Sportausbildung wurden - wie bei jedem Besuch - alle Anlagen, die Werkstätten für Solarkocher und Solarlampen inspiziert. Die Aktionen rund um die Kocherwerkstatt ruhen zurzeit. Father Charles Bwenvu - der bisherige Betreuer und Priester für die Kinder - hat sein Amt an Father Caesar Matovu übergeben. Nach knapp zwei Jahren des Stillstandes wird Father Caesar das Campleben neu auffrischen.

 

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