Hier die sinngemäße Übersetzung des japanischen Artikels von asahi.com:
Ein herzlicher Dank an dieser Stelle für diese Übersetzung an Herrn Mathias Hamp aus München.
Solarkocher - Sprießende Popularität
Mit Sonnenenergie umweltverträglich kochen
Unter den Leuten, die sich um die Umwelt sorgen, verbreitet sich langsam der
Solarkocher, mit dem man mit Hilfe gebündelte Sonnenenergie kochen kann. Im
Vergleich zu Gas und Elektrizität, dauert es zwar seine Zeit, aber mit dem
Solarkocher entstehen weder das Treibhauseffektfördernde CO2 noch
Verbrennungsrückstände. Im Ausland gibt es sogar Leute, die sich dafür
einsetzen Solarkochen in jenen Entwicklungsländern, die weiter ihre Wälder
abroden, bekannt zu machen.
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In der Mitte der Parabolform ein Topf oder eine Pfanne, so wird gekocht. Die Leute, die zum ersten Mal den Solarkocher sahen sagten erstaunt „Das funktioniert ja”. Am 2. Nov in Chiba auf der Ökomesse Chiba |
Obwohl es Zeit kostet kann man sich beim Kochen vergnügen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß verringern
Nach einem japanischen Risotto, einem jap. Stew mit Kartoffelsalat gibt es Kaffee und Kuchen. Das alles kann Frau Torii Yasuko (71) aus der Stadt Ayase in der Präfektur Kanagawa an einem heiteren Tag mit ihren vier Solarkochern auf der Veranda zubereiten.
Es wurden zwei Modelle der Stadt, die mit Parabolspiegeln die Sonnenstrahlen bündeln, und zwei weitere Modelle aus eigener Produktion für diesem Event benutzt. Letztere wurden aus gebogenen Alupanelen und einem Karton aus Wellpappe hergestellt. Die Parabolmodellen haben ein viertel der Heizkraft einer kleinen Gasplatte. In etwa einer halben Stunde kann damit Reis gekocht werden oder 1 Liter Wasser zum Kochen gebracht werden. Die anderen beiden Modelle sind zwar weniger stark als diejenigen der Stadt, aber man kann damit immerhin Pizza backen oder Gemüse blanchieren. Ab und zu passt Frau Torii die Ausrichtung ihrer Kocher der Sonnenbewegung an
Frau Torii ist im Jahre 86’ nach Amerika zum internationalen Kongress für ökologische Landwirtschaft aufgebrochen und erfuhr dort vom Solarkocher, den sie nachbaute und von da ab zu benutzen begann.
Auch ihr Nachbar Herr Wakamatsu Eiyo (68), der das ganze mitverfolgt hatte sagt, „Ich wollte es auch versuchen, habe mir einen Solarkocher gebaut und begonnen damit zu kochen. Es ist so toll, dass ich gar nicht mehr davon weg komme. Frau Torii hat im Jahr 99’ einen importierten Kocher made in Germany gekauft und brennt schon darauf, in diesem Jahr einen einheimischen Kocher zu kaufen
Wenn man mit Gas oder Elektrizität einen Liter Wasser aufkochen lässt, werden mindesten mehrere Dekagramm CO2 freigesetzt und es kostet 2 bis 3 Yen an Strom oder Gas. Obwohl man den Solarkocher an bedeckten Tagen und in der Nacht nicht benutzen kann, ist es dennoch absehbar, dass der durch das Kochen verursachte CO2-Ausstoß jährlich um einige Prozent reduziert werden könnte, wenn man wie die beiden das Kochen mit Sonnenenergie beherrschen würde.
Herr Wakamatsu meint über seinen Kocher, „mit ihm kam in mir wie von selbst ein Sinn fürs Energiesparen hoch und außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Stromrechnung um etwa 1000 Yen billiger geworden ist.“ Frau Torii behauptet: „Das ist eine Sache, die jeder zu Gunsten einer gesünderen Umwelt machen kann. Wie wär’s wenn Sie es auch mal ausprobieren würden.“
Die Freunde der praktischen Parabolmodelle wachsen an und die Modelle aus Japan werden auch immer beliebter
Der Solarkocher konnte, mit dem immer größeren Interesse für Umweltprobleme in den letzten 10 Jahren immer mehr Leute zu seinen Befürworten zählen. Aber, da die Kocher aus eigener Produktion nur schwache Heizkraft haben, gibt es ziemlich viele Menschen, die ihn aufgaben. Dennoch, kam im Jahr 99’ das Parabolmodell aus deutscher Produktion mit hoher Heizkraft auf dem Markt und ab diesem Jahr gibt es auch ein japanisches Modell. Die Kochzeit ist nun viel kürzer und mit diesem Modellen können Temperaturen bis zu 200 Grad erreichen werden.
Hausfrauen aus dem Suginamaviertel in Tokyo, die den Umweltzirkel „Ökoclub Suginami“ gründeten, haben im Juli dieses Jahres eine Importagentur für den auf dem einheimischen Markt nicht vertriebenen Parabolspiegelkocher gestartet. Sie vertreiben den Bausatz der EG-Solar, einer nichtstaatlichen Organisation aus Deutschland (NGO), die sich um die Verbreitung des Solarkochers bemüht.
Frau Shiroi Iseiko (61), eine Repräsentantin des selben Clubs meint: „In Japan ist die Benützung von Atomkraft soweit fortgeschritten, dass man behauptet sie sei sauber und billig, aber sie beruht dennoch nicht auf der Zustimmung des Volkes. An Stelle von Atomenergie müsste es durchaus Einzelpersonen geben, die regenerative Energien wählen würden, aber es nicht tun, weil die dazu notwendigen Investitionen (30000 bis 500000Yen) einfach zu teuer wären, als dass man eigene Windräder oder Solaranlagen installiere. Dagegen ist das Solarkochen eine realisierbare Sache und darüber hinaus eine Lösung bei der man das Besondere an natürlicher Energie nachpfinden kann.“ Es gibt sogar einen Plan Anlagen für Schulen oder für regionale Aktionen zur Verfügung zu stellen, um zur Umwelterziehung beizutragen.
Die Massenproduktion der einheimischen Kocher begann in diesem Herbst. Der Produzent Herr Ryuzawa Motoharu (39) stammt aus einem Maschinenbaubetrieb und hat sich selbstständig gemacht, um in der Naganopräfektur seine Werkstatt aufzumachen. „Ich verdiene gut an dieser noch verborgenen Nachfrage“ erzählt er.
Seine Prototypen preiste er für 95000 Yen aus und stellte sie auf allen möglichen Veranstaltungen aus, die mit dem Umweltthema zu tun hatten. Obwohl seine Kocher mit einem Umfang bis zu 80 cm noch effizienter waren als die aus der EG, waren die Reaktionen darauf eher verhalten. Erst als er zur Massenproduktion überging und den Preis bis zum äußersten verringerte begannen die Leute zu kaufen.
Übrigens bemüht sich im Ausland die NGO um die Verbreitung der Solarkocher in den Entwicklungsländern. Als Heizmaterial werden dort immer noch Bäume gefällt, was die Erderwärmung nur steigert. Die NGO will dies stoppen und bot 80 Ländern Afrikas technologische Hilfe an und spendete die benötigten Materialien und 14000 Solarkocher, um unter anderem die Verbreitung von Krankheiten durch Hitzesterillisation zu verhindern.
In Japan können selbst Leute, die von ihren Lebensverhältnissen oder den Wohnverhältnissen aus keinen Solarkocher benützen können, an solchen Aktionen teilhaben. Frau Torii stellt die Aktivitäten der NGO auf ihrer Home Page vor.
Bauanweisung - Kaufanleitung: Aus einer Bonbonverpackung kann man leicht selbst einen Kocher herstellen
[…]Die heizstarken Parabolmodelle kann man sich vom dem Ökoclub Suginami (Tel. 0353471508) bestellen. Sie liefern Ihnen den Kocher sogar nach Hause, wenn sie durch Postüberweisung bezahlen. Die Modelle von „EG - Solar“ kosten 25000 Yen und die Modelle aus der Werkstatt Herrn Ryuzawas 39800 Yen (mit Steuer, ohne Versand).[…]